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Haiti: Politisches Porträt

01.10.2020 - Artikel

Haiti ist das ärmste Land Amerikas. Sechs der rund 10 Millionen Haitianer leben unter der Armutsgrenze. Neben regelmäßigen Naturkatastrophen (unter anderem Erdbeben 2010, Hurrikan Matthew 2016) leidet das Land unter einer andauernden politischen Krise, grassierender Korruption, politischer Gewalt und Straflosigkeit. Der 2016 gewählte Präsident steht wegen des Vorwurfs der Korruption unter starkem Druck. Er regiert seit Januar 2020 nach Ablauf der Legislaturperiode des Parlaments per Dekret und hat so auch den Premierminister ernannt. Die für Oktober 2019 vorgesehenen Parlamentswahlen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Anhaltende gewalttätige Unruhen führen zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, die inzwischen für einen großen Teil der Bevölkerung zu einem humanitären Drama führt.

Im Oktober 2019 hat mit dem Integrierten Büro der Vereinten Nationen (BINUH) erstmals nach 15 Jahren eine nicht mehr nach Kapitel VII der VN-Charta friedenschaffende, sondern eine beratende politische Mission nach Kapitel VI ihre Arbeit aufgenommen. Die Mission steht angesichts der volatilen Lage vor großen Herausforderungen, darunter der Harmonisierung der Arbeit der vielen im Land tätigen VN-Sonderorganisationen.

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Haiti: Fischerboote an der Küste
Haiti: Fischerboote an der Küste © picture alliance / DUMONT Bildarchiv
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